Die vorliegenden Materialien wurden von Daniel Hoherz und André Tempel erstellt. Sollten andere Editoren die Materialien erstellt haben, werden diese explizit genannt.
Grundlagen
In den vorherigen Jahrgängen haben Sie sich bereits mit verschiedenen Verfahren der Kryptographie und Kryptoanalyse beschäftigt. Zur Erinnerung hier nochmal eine kurze Defintion der beiden Begriffe:
| Kryptographie | Kryptoanalyse |
|---|---|
|
Die Kryptographie ist die Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen und Informationssicherheit und befasst sich mit der Konzeption, Definition und Konstruktion von gegen Manipulation widerstandsfähiger Informationssysteme. |
Die Kryptoanalyse ist die Wissenschaft von Methoden und Techniken, mit denen Informationen aus verschlüsselten Informationssystemen gewonnen werden sollen. Ihr Ziel ist, den Manipulationswiderstand von Kryptosystemen aufzuheben, zu umgehen oder deren Sicherheit zu quantifizieren. |
In diesem Kontext hatten Sie einige Verschlüsselungsverfahren und Entschlüsselungsverfahren, aber auch zahlreiche Fachbegriffe kennengelernt.
Vorwissen
Finden Sie sich in einer Gruppe von maximal drei Personen zusammen und bearbeiten Sie die folgenden Aufgaben. Beachten Sie bitte, dass Sie Ihre Ergebnisse fortlaufend dokumentieren. Nutzen Sie bei Bedarf die gestaffelten Hilfen.
Sammeln Sie in Ihrer Gruppe wichtige Fachbegriffe und Verschlüsselungsverfahren aus den letzten Jahrgängen rund um das Thema Kryptologie.
Denken Sie an die Aufteilung des Themas: Es gibt eine Wissenschaft, die sich mit dem *Verschlüsseln* (Geheimhalten) beschäftigt, und eine Wissenschaft, die sich mit dem *Brechen* oder Analysieren von Codes befasst (wie z. B. durch systematisches Raten oder mathematische Analysen). Wie heißen diese beiden Teilbereiche?
Welche Zustände durchläuft eine Nachricht (vorher/nachher)? Denken Sie zudem an die zwei grundlegenden Wege, wie man Buchstaben manipulieren kann: Entweder man *ersetzt* sie durch andere Zeichen oder man *würfelt ihre Reihenfolge durcheinander*. Suchen Sie nach den Fachbegriffen für diese beiden Prinzipien.
Erinnern Sie sich an konkrete Beispiele:
- Welches Verfahren nutzt einen Holzstab, um einen Streifen Pergament zu verschlüsseln?
- Wie nennt man das Verfahren von Julius Caesar?
- Mit welcher statistischen Methode (Auswertung von Buchstabenhäufigkeiten) kann man einfache Verschlüsselungen ohne Schlüssel knacken?
Definieren Sie nun möglichst viele der in Aufgabenteil a) gesammelten Begriffe in eigenen, präzisen Worten.
Nutzen Sie präzise Einleitungssätze. Ein bewährtes Muster ist:
„Unter [Fachbegriff] versteht man…” oder „Der Begriff [Fachbegriff] beschreibt…”.
Starten Sie am besten mit den grundlegenden Datenzuständen (Klartext und Geheimtext) sowie dem Begriff des Schlüssels.
Achten Sie bei der Definition von Methoden zur Code-Analyse auf den Unterschied im Vorgehen:
- Untersuchen Sie die Struktur und die Verteilung der Zeichen (statistischer Ansatz $\rightarrow$ *Häufigkeitsanalyse*)?
- Oder probieren Sie stumpf und nacheinander alle theoretisch denkbaren Möglichkeiten aus ($\rightarrow$ *Brute-Force*)?
🎉 Ausgezeichnet – Vorbereitung abgeschlossen!
Sie haben alle Aufgabenteile dokumentiert und abgehakt. Vergleichen Sie Ihre gesammelten Begriffe und Definitionen nun mit der lehrplankonformen Musterlösung.
Musterlösung zu Aufgabenteil a) & b) (Strukturierte Übersicht & Glossar)
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Systembegriffe, Prinzipien und Verfahren der Kryptologie zusammen:
| Fachbegriff / Verfahren | Präzise wissenschaftliche Definition |
|---|---|
| Kryptologie | Der wissenschaftliche Oberbegriff für die Geheimhaltung von Informationen. Sie umfasst sowohl die Entwicklung von Schutzverfahren als auch deren Analyse. |
| Kryptographie | Der Teilbereich der Kryptologie, der sich mit dem Entwurf und der praktischen Entwicklung von Ver- und Entschlüsselungsverfahren befasst. |
| Kryptoanalyse | Der Teilbereich der Kryptologie, der sich mit dem Untersuchen, Prüfen und unbefugten Brechen bestehender Kryptosysteme beschäftigt. |
| Klartext | Die ursprüngliche, für jedermann offen lesbare und direkt verständliche Nachricht vor der Verschlüsselung. |
| Geheimtext | Die durch ein kryptographisches Verfahren veränderte, für unbefugte Dritte unlesbare und unverständliche Zeichenfolge. |
| Schlüssel | Die geheime Variable oder Information (z. B. eine Zahl oder ein Wort), die ein Algorithmus benötigt, um einen Text spezifisch zu ver- oder entschlüsseln. |
| Symmetrische Verfahren | Kryptosysteme, bei denen Sender und Empfänger exakt denselben geheimen Schlüssel sowohl für die Ver- als auch für die Entschlüsselung nutzen (z. B. Caesar). |
| Substitution | Ein grundlegendes Verschlüsselungsprinzip, bei dem die Zeichen des Klartextes durch andere Zeichen (Buchstaben, Zahlen oder Symbole) *ersetzt* werden. Die Position der Zeichen im Text bleibt dabei gleich. |
| Monoalphabetische Substitution | Eine Unterform der Substitution, bei der jeder Klartextbuchstabe im gesamten Text immer durch exakt denselben Geheimtextbuchstaben ersetzt wird. Es existiert folglich nur ein einziges festes Geheimtextalphabet. |
| Caesar-Verfahren | Ein klassisches Beispiel für eine monoalphabetische Substitution. Jeder Buchstabe des Klartextes wird zyklisch um eine feste Anzahl von Positionen im Alphabet verschoben. |
| Transposition | Ein grundlegendes Verschlüsselungsprinzip, bei dem die Positionen der Zeichen im Text nach einem festen System *vertauscht bzw. umgestellt* werden. Die ursprünglichen Zeichen selbst bleiben dabei völlig unverändert. |
| Skytale | Ein historisches mechanisches Hilfsmittel zur Transpositionsverschlüsselung aus dem antiken Sparta. Ein Pergamentstreifen wird um einen Stab gewickelt und längs beschrieben. Der Stabdurchmesser fungiert hierbei als Schlüssel. |
| Häufigkeitsanalyse | Eine kryptoanalytische Methode zum Brechen von Geheimtexten. Sie nutzt die Tatsache aus, dass Buchstaben in natürlichen Sprachen charakteristische Häufigkeiten aufweisen (z. B. das ‘E’ im Deutschen). Bei monoalphabetischen Verfahren lässt sich so oft auf den Klartext schließen. |
| Brute-Force | Eine kryptoanalytische Angriffsmethode (auch Erschöpfungsangriff genannt), bei der durch reines Ausprobieren systematisch alle theoretisch möglichen Schlüssel getestet werden, bis ein lesbarer Klartext entsteht. |
⚠ Hinweis: Die Formulierungen der Schülerinnen und Schüler müssen nicht wortwörtlich mit dieser Tabelle übereinstimmen. Entscheidend ist, dass die informationstechnischen Kernmerkmale (insbesondere das *Ersetzen* bei der Substitution und das *Umsortieren* bei der Transposition) richtig verstanden und wiedergegeben wurden.
Auffrischung
Jede Art von Informationsübertragung – ob Gespräch, SMS oder Datenpaket – folgt demselben Grundprinzip:
Ein Kryptosystem stellt Verfahren zur sicheren Kommunikation bereit. Es transformiert Informationen mithilfe mathematischer Algorithmen und Schlüsseln so, dass Unbefugte Daten weder lesen noch manipulieren können. Dies ist essenziell für Online-Banking, sichere Chats und digitale Signaturen.
Ein Kryptosystem besteht aus sechs grundlegenden Komponenten:
1. Klartext
Die ursprüngliche, unverschlüsselte Information, die geschützt werden soll (z. B. Texte oder Dateien).
2. Chiffretext (Chiffrat)
Das Ergebnis der Verschlüsselung. Diese transformierte Version ist ohne den passenden Schlüssel unlesbar.
3. Verschlüsselungs-Algorithmus
Das mathematische Verfahren, welches den Klartext in den unverständlichen Chiffretext umwandelt.
4. Schlüssel
Ein geheimer Wert für die Ver- und Entschlüsselung. Von seiner Komplexität hängt die Gesamtsicherheit ab.
5. Entschlüsselungs-Algorithmus
Das mathematische Gegenverfahren, das den Chiffretext mithilfe des Schlüssels wieder in Klartext zurückrechnet.
6. Schlüsselverwaltung
Umfasst die Erzeugung, Verteilung, Speicherung und den Austausch. Schwache Verwaltung gefährdet das System.
Angriffstypen
Es gibt verschiedene Arten des Angriffs auf Kryptosysteme. Um die Angriffsarten besser betrachten zu können, werden sie in Kategorien eingeteilt. Diese Aufteilung zeigt, inwiefern der Datenfluss von der Norm abweicht. Sender und Empfänger sind Alice (A) und Bob (B). Eve (E) ist die böse Angreiferin.
1. Unterbrechung
Ein Angriff auf die Verfügbarkeit verhindert aktiv, dass Informationen ihr eigentliches Ziel erreichen.
2. Abfangen
Ein Angriff auf die Vertraulichkeit ermöglicht es Dritten, unbemerkt auf Daten oder Teile des Systems zuzugreifen.
3. Modifikation
Ein Angriff auf die Integrität ermöglicht nicht berechtigten Dritten den Zugriff und die gezielte Veränderung einer Nachricht.
4. Fälschung
Ein Angriff auf die Authentizität ermöglicht unberechtigten Dritten das Einschleusen von völlig gefälschten Nachrichten in ein System.
Aufgaben
Im Folgenden sind verschiedene reale Angriffsszenarien aus der Praxis beschrieben. Finden Sie sich zunächst in Gruppen zusammen, bearbeiten Sie die Szenarien Ihrer zugeordneten Gruppe und ordnen Sie diese begründet den vier Angriffsarten zu. Dokumentieren Sie Ihre Ergebnisse.
Analysieren Sie die folgenden vier Fälle und bestimmen Sie, welches Schutzziel verletzt wurde und um welchen Angriffstyp es sich handelt:
Kontext: IT-Managerin Sarah Müller & IT-Team | Mittelständischer Finanzsoftware-Anbieter
An einem Montagmorgen bemerkt Sarah Müller, dass die Server von TechCorp nicht mehr erreichbar sind. Nach einer schnellen Untersuchung stellt sich heraus, dass ein Angreifer absichtlich einen Stromausfall in der Nähe des Unternehmens herbeigeführt hat, um den Betrieb zu stören. Durch den Ausfall sind alle internen Systeme und Datenbanken nicht mehr zugänglich, was zu einem erheblichen finanziellen Verlust führt.
Kontext: Bankkunde Max Schmidt & IT-Sicherheitsspezialist Thomas Becker | Lokale Bank
Max Schmidt versucht, sich in das Online-Banking einzuloggen. Ein Angreifer hat jedoch eine Phishing-Webseite erstellt, die der echten Webseite täuschend ähnlich sieht. Max gibt seine Zugangsdaten ein. Thomas Becker stellt kurz darauf fest, dass die Zugangsdaten unbemerkt abgefangen wurden und der Angreifer bereits Geldüberweisungen vorgenommen hat.
Kontext: Geschäftsführerin Maria & unzufriedener Mitarbeiter | Online-Lieferdienst
Ein unzufriedener Mitarbeiter von FoodDelivery Inc. hat Zugriff auf das interne System. Er verändert unberechtigt die Bestelldaten in der Datenbank, um die Lieferungen systematisch an sein eigenes Restaurant umzuleiten, anstatt an die Kunden, die tatsächlich bestellt haben. Maria bemerkt die unbemerkt manipulierten Daten durch ungewöhnlich hohe Bestellzahlen.
Kontext: Neuer Mitarbeiter Daniel & falscher IT-Support | IT-Dienstleister
Daniel erhält einen Anruf von einem angeblichen IT-Support-Mitarbeiter, der behauptet, dringende Sicherheitsupdates durchführen zu müssen. Der Angreifer spiegelt Probleme mit den Zugangsdaten vor und fordert Daniel auf, Passwörter und einen Bestätigungscode durchzugeben. Daniel glaubt der Täuschung und gibt die Daten preis, woraufhin der Angreifer Zugriff auf das System erhält.
Fragen Sie sich bei jedem Szenario: Was genau ist der Schaden?
• Sind die Daten/Dienste nicht mehr erreichbar? ($\rightarrow$ Verfügbarkeit betroffen)
• Wurden Geheimnisse unbefugt mitgelesen? ($\rightarrow$ Vertraulichkeit betroffen)
• Wurden Daten nachträglich manipuliert? ($\rightarrow$ Integrität betroffen)
• Wurde eine falsche Identität vorgetäuscht? ($\rightarrow$ Authentizität betroffen)
• Bei TechCorp (1.1) können die Mitarbeiter physisch nicht mehr auf die Datenbank zugreifen. Der Datenfluss ist komplett blockiert.
• Beim Online-Banking (1.2) liest ein unbefugter Dritter die geheimen Login-Daten auf einer gefälschten Oberfläche mit.
• Bei FoodDelivery (1.3) werden bestehende, korrekte Daten im System absichtlich abgeändert, sodass die Information verfälscht wird.
• Bei ByteSolutions (1.4) erschleicht sich der Angreifer Vertrauen, indem er eine falsche Identität (IT-Support) vorgibt, um Passwörter abzufangen.
Analysieren Sie die folgenden vier Fälle und bestimmen Sie, welches Schutzziel verletzt wurde und um welchen Angriffstyp es sich handelt:
Kontext: Dr. Anna Weber & Betrüger Lukas | Renommierte Universität
Lukas gibt sich fälschlicherweise als Professorin Dr. Anna Weber aus und kontaktiert die Universitätsverwaltung, um vertrauliche Studentendaten zu erschleichen. Er fälscht E-Mails und Dokumente, um seine Identität vorzutäuschen. Die Verwaltung vertraut den Dokumenten und gibt die Informationen heraus.
Kontext: Marketing-Managerin Lisa & IT-Sicherheitsteam | Online-Modeshop
Während einer großen Verkaufsaktion wird FashionWorld Opfer eines DDoS-Angriffs. Ein Angreifer überlastet die Server absichtlich mit einer koordinierten Flut von künstlichen Anfragen, sodass die Webseite für echte Kunden nicht mehr erreichbar ist und der Shop lahmgelegt wird.
Kontext: Finanzmanager Tom & falscher Lieferant | Großes Technologieunternehmen
Tom erhält eine täuschend echt aussehende E-Mail mit einer gefälschten Rechnung von einem vermeintlichen Lieferanten für angeblich bestellte Waren. Tom bezahlt die Rechnung ohne Prüfung. Später stellt sich heraus, dass der Lieferant nicht existiert und gefälschte Daten in den Zahlungsverkehr eingeschleust wurden.
Kontext: Dr. Peter Lange & Schein-Patient | Medizinische Klinik
Dr. Peter Lange erhält eine E-Mail von einem vermeintlichen Patienten, der um Auskunft zu einer Behandlung bittet. Der Angreifer hat die Absenderadresse manipuliert (Spoofing), um sich als Patient auszugeben und unberechtigt sensible medizinische Daten aus der Patientenakte zu erlangen.
Beachten Sie: Wenn ein Angreifer eine Nachricht *erfindet* oder sich als jemand anderes ausgibt, greift er primär die Echtheit der Kommunikationspartner oder der Daten an ($\rightarrow$ Authentizität). Wird ein System blockiert, leidet die Verfügbarkeit.
• Bei der Universität (2.1) fälscht Lukas Dokumente, um die Verwaltung über seine wahre Identität zu täuschen.
• Bei FashionWorld (2.2) geht es rein darum, die Funktionalität der Server durch Überlastung komplett zu blockieren.
• Sowohl bei TechGiant (2.3) als auch bei HealthCare (2.4) werden falsche Identitäten (Schein-Lieferant / Schein-Patient) genutzt und manipulierter Input eingeschleust, um Handlungen zu erzwingen oder Daten abzugreifen.
Finden Sie sich nun in gemischten 4er-Gruppen zusammen (jeweils zwei Personen aus Gruppe 1 und zwei Personen aus Gruppe 2).
Präsentieren Sie sich gegenseitig Ihre bearbeiteten Szenarien. Diskutieren und begründen Sie Ihre Klassifikationen anhand des gelernten theoretischen Datenfluss-Modells.
🎉 Großartig – alle Fälle analysiert!
Sie haben die Szenarien erfolgreich durchgearbeitet und im Team abgeglichen. Öffnen Sie jetzt die lehrplankonforme Musterlösung, um die Klassifikationen der acht Fallstudien zu überprüfen.
Systematische Klassifikation der Praxis-Szenarien
Kryptographische Systeme und Kommunikationskanäle werden durch unterschiedliche Abweichungen des Datenflusses bedroht. Hier sehen Sie die exakte Zuordnung:
| Gruppe | Szenario | Angriffstyp (Datenfluss) | Begründung & verletztes Schutzziel |
|---|---|---|---|
| G1 | 1.1 TechCorp (Stromausfall) | Unterbrechung | Der Datenfluss wird physikalisch blockiert. Die Systeme sind nicht erreichbar. Verletzung der Verfügbarkeit. |
| 1.2 Online-Banking (Phishing) | Abfangen | Ein unberechtigter Dritter (Angreifer) erlangt unbemerkt Kopien der geheimen Zugangsdaten. Verletzung der Vertraulichkeit. | |
| 1.3 FoodDelivery (Innentäter) | Modifikation | Bestehende, legitime Daten im System werden unbefugt verändert und manipuliert. Verletzung der Integrität. | |
| 1.4 ByteSolutions (Falscher Support) | Fälschung / Abfangen | Der Angreifer täuscht eine Identität vor (Fälschung der Authentizität), um sensible Passwörter zu entwenden (Abfangen der Vertraulichkeit). | |
| G2 | 2.1 Uni Berlin (Identitätsmissbrauch) | Fälschung | Der Angreifer Lukas täuscht eine falsche Identität vor und schleust gefälschte Dokumente ein. Verletzung der Authentizität. |
| 2.2 FashionWorld (DDoS-Attacke) | Unterbrechung | Der Server wird mutwillig durch eine Flut künstlicher Anfragen lahmgelegt. Verletzung der Verfügbarkeit. | |
| 2.3 TechGiant (Fake-Rechnung) | Fälschung | Es wird eine betrügerische Information von einer nicht existierenden Entität in das System eingebracht. Verletzung der Authentizität. | |
| 2.4 HealthCare Inc. (E-Mail-Spoofing) | Fälschung | Die Absenderadresse wird manipuliert, um die Identität eines Kommunikationspartners vorzutäuschen. Verletzung der Authentizität. |
⚠ Didaktischer Hinweis: In der Praxis treten Angriffe oft als Kombinationen auf (z. B. eine *Fälschung* der Identität per Phishing-Mail dient fast immer dem Zweck, Daten *abzufangen*). Für eine saubere Systematisierung ist entscheidend, welche Abweichung im konkreten Teilschritt dominiert.
Wiederholung
Auf dem Schulflur wurde ein Zettel mit einer Nachricht gefunden. Der Anfang der Nachricht ist:
Offenbar handelt es sich um einen Geheimtext, der mit einem unbekannten Verfahren erzeugt wurde.
Aufgaben
Analysieren Sie die Häufigkeitsanalyse-Ergebnisse und diskutieren Sie in Gruppen, welche Schlussfolgerungen sich jeweils ziehen lassen. Ordnen Sie diese begründet den Verschlüsselungsverfahren zu und dokumentieren Sie Ihre Ergebnisse.
Tauschen Sie sich kurz mit den neben Ihnen sitzenden Personen aus, ob man vermuten kann, dass dieser Geheimtext mit einem Transpositionsverfahren erstellt wurde.
Schauen Sie sich die Buchstabenhäufigkeit im Geheimtext an. Unterscheidet sie sich deutlich von der Häufigkeit im Deutschen?
Bei einem Transpositionsverfahren bleiben die Buchstabenhäufigkeiten gleich – nur ihre Positionen ändern sich. Die statistischen Muster sollten also erhalten bleiben.
Vergleichen Sie die Häufigkeitsmuster: Sind sie ähnlich zu den erwarteten deutschen Häufigkeiten oder völlig unterschiedlich?
Betrachten wir zwei Möglichkeiten, die eine Häufigkeitsanalyse der gesamten Nachricht liefert:
Aufgabe: Analysieren Sie, welche Schlussfolgerungen die beiden Ergebnisse jeweils zulassen.
Betrachten Sie für jedes Ergebnis:
• Sind alle Buchstaben gleichmäßig verteilt?
• Gibt es deutliche Spitzen bei bestimmten Buchstaben?
• Entspricht das Muster der deutschen Häufigkeit (E, N, I häufig)?
Eine flache, gleichmäßige Verteilung deutet darauf hin, dass die charakteristischen Häufigkeitsmuster des Deutschen zerstört wurden.
Eine Häufigkeitskurve mit ausgeprägten Spitzen deutet darauf hin, dass die statistischen Muster erhalten geblieben sind, aber in Form einer anderen Häufigkeitsveteilung als im Detuschen.
🎉 Großartig – Analyse abgeschlossen!
Sie haben die Häufigkeitsanalyse erfolgreich interpretiert und die Verschlüsselungsverfahren klassifiziert. Überprüfen Sie jetzt Ihre Ergebnisse mit der Musterlösung.
Häufigkeitsanalyse als Klassifikationswerkzeug
Die Häufigkeitsanalyse ist eine zentrale kryptoanalytische Methode zur Unterscheidung von Verschlüsselungsverfahren:
| Häufigkeitsmuster | Charakteristika | Mögliche Verfahren | Erklärung |
|---|---|---|---|
| Ergebnis 1: Spitzen erhalten | L, P, A, Z dominieren deutlich Spitzenmuster wie im Deutschen E, N, I |
monoalphabetische Substitution | Monoalphabetische Substitution (z.B. Caesar): Jeder Buchstabe wird konsistent durch den gleichen anderen ersetzt (A → D, B → E, …). Die statistische Struktur des Deutschen bleibt erhalten. |
| Ergebnis 2: Gleichmäßige Verteilung | Alle Buchstaben haben ähnliche Häufigkeiten Keine ausgeprägten Spitzen |
Polyalphabetisches Verfahren oder moderne Verschlüsselung | Eine gleichmäßige Verteilung deutet darauf hin, dass die Verschlüsselung position-abhängig arbeitet (z.B. Vigenère-Chiffre). Dabei wird jeder Buchstabe je nach Position durch verschiedene Buchstaben ersetzt, was die Häufigkeitsmuster flacht. |
Fazit:
- Ergebnis 1 spricht für ein einfaches Verfahren (monoalphabetische Substitution), da die deutschen Häufigkeitsmuster noch sichtbar sind.
- Ergebnis 2 deutet auf fortgeschrittene Verschlüsselung hin, die die statistischen Muster des Deutschen vollständig maskiert.
- Sicherheit durch Komplexität: Je gleichmäßiger die Häufigkeitsverteilung, desto robuster ist die Verschlüsselung gegen Häufigkeitsanalyse!
⚠ Didaktischer Hinweis: Ergebnis 1 könnte sowohl aus einem Transpositionsverfahren als auch aus einer einfachen Substitution (wie Caesar) stammen – mit der Häufigkeitsanalyse allein können Sie zwischen diesen beiden nicht unterscheiden. Zusätzliche Analysen (z.B. Bigramm-Häufigkeiten) wären nötig.
Vigenère
Der französische Diplomat Blaise de Vigenère (1523–1596) entwickelte die nach ihm benannte Verschlüsselungsmethode, um die Schwächen des Caesar-Chiffres und anderer monoalphabetischer Verfahren zu überwinden. Statt nur eines Alphabets werden bei der Vigenère-Chiffrierung mehrere (bis zu 26) verwendet, die dadurch entstehen, dass man das Ausgangsalphabet jeweils zyklisch um eine Position verschiebt und die so entstandenen Alphabete im sogenannten Vigenère-Quadrat untereinander anordnet.
Die Vigenère-Chiffre stellt historisch gesehen die erste polyalphabetische Substitution dar. Ihre Kryptoanalyse galt lange Zeit als praktisch unmöglich.
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an.
Der zu verschlüsselnde Klartext ist “Die Herbstferien sind viel zu kurz” und der Schlüssel soll das Wort “Geheim” sein. Grundlage des Verfahrens ist das Vigenère-Quadrat:
Bewegen Sie die Maus über die Tabelle, um die Verschlüsselung zu verstehen:
| Klartextzeichen | ||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | |
Nun verschlüsselt man jedes Zeichen des Klartextes mit einem Schlüsselzeichen. Dafür kann man zum Beispiel den Schlüssel, in der Tabelle als “k” für key bezeichnet, unter den Klartext, in der Tabelle als “KT” bezeichnet, schreiben. Ist das letzte Schlüsselzeichen verwendet worden, beginnt man wieder von vorne, bis man beim letzten Klartextzeichen angekommen ist. Groß- und Kleinschreibung ist für die Verschlüsselung nicht relevant und Satzzeichen sowie andere Sonderzeichen ebenso.
| KT | d | i | e | h | e | r | b | s | t | f | e | r | i | e | n | s | i | n | d | v | i | e | l | z | u | k | u | r | z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i |
Jedes Zeichen des Klartextes wird nun mit seinem Schlüsselzeichen mit Hilfe des Vigenère-Quadrates verschlüsselt. Das erste Klartextzeichen ist ein “d”, weshalb man sich dieses in der ersten Spalte heraussucht. Nun sucht man in der obersten Zeile das dazugehörige Schlüsselzeichen, hier “g”. Die Zeile zum “g” und die Spalte zum “d” treffen sich bei “j”. Dies ist das erste Zeichen unseres Geheimtextes.
Geheimtext nach dem Verschlüsseln des ersten Klartextzeichens:
| KT | d | i | e | h | e | r | b | s | t | f | e | r | i | e | n | s | i | n | d | v | i | e | l | z | u | k | u | r | z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i |
| GT | j |
Für das zweite Geheimtextzeichen verschlüsselt man das zweite Klartextzeichen “i” mit seinem entsprechenden Schlüsselzeichen, nun “e”.
Geheimtext nach dem Verschlüsseln des zweiten Klartextzeichens:
| KT | d | i | e | h | e | r | b | s | t | f | e | r | i | e | n | s | i | n | d | v | i | e | l | z | u | k | u | r | z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i | m | g | e | h | e | i |
| GT | j | m |
Fortsetzung: Dieses Verfahren wird für alle Zeichen fortgesetzt. Der Schlüssel “Geheim” (6 Buchstaben) wird so lange wiederholt, bis alle 30 Zeichen des Klartextes verschlüsselt sind. Das Ergebnis ist ein Geheimtext, bei dem jeder Buchstabe abhängig von seiner Position im Text verschlüsselt wurde.
Aufgaben
🔐 Vorwissenscheck: Vigenère-Verfahren
Beantworte die folgenden Fragen ehrlich – es gibt kein Richtig oder Falsch als Bewertung. Das Ergebnis hilft dir, mit dem passenden Niveau zu starten.
2. Welche Aussage beschreibt ein monoalphabetisches Verschlüsselungsverfahren korrekt?
3. Wie gut kennst du die Häufigkeitsanalyse als Methode der Kryptoanalyse?
4. Was unterscheidet das Vigenère-Verfahren grundlegend vom Caesar-Verfahren?
5. Hast du bereits mit dem Vigenère-Quadrat gearbeitet (ver- oder entschlüsselt)?
🟢 Niveau: Light
Du arbeitest hier mit vorbereiteten Tabellen, schrittweisen Erklärungen und ausführlichen Hilfen. Ziel ist es, das Vigenère-Verfahren sicher anzuwenden – Schritt für Schritt, ohne Zeitdruck. Nutze die Hilfen aktiv!
Vervollständige die Verschlüsselung des folgenden Klartextes mit dem Vigenère-Verfahren.
Vorgehen: Wiederhole den Schlüssel so oft, bis er die Länge des Klartextes erreicht. Dann gilt für jede Position: (Position Klartextbuchstabe + Position Schlüsselbuchstabe) mod 26 = Position Geheimtextbuchstabe (A=0, B=1, …, Z=25).
Die ersten vier Buchstaben sind bereits verschlüsselt. Vervollständige die restlichen sechs Felder (markiert mit ?):
| Position | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klartext | G | E | H | E | I | M | T | E | X | T |
| Schlüssel (wiederholt) | C | O | D | E | C | O | D | E | C | O |
| Geheimtext | I | S | K | I | ? | ? | ? | ? | ? | ? |
Das Vigenère-Verfahren addiert die Positionen von Klartext- und Schlüsselbuchstaben (A=0, B=1, …, Z=25).
Beispiel: H (=7) + A (=0) = 7 → H | A (=0) + K (=10) = 10 → K
Falls die Summe ≥ 26 ist: ziehe 26 ab.
Beispiel: T (=19) + N (=13) = 32 → 32 – 26 = 6 → G
Klartextbuchstabe: I = 8
Schlüsselbuchstabe: C = 2
Summe: 8 + 2 = 10 → Buchstabe Nr. 10 = K
Trage K als Geheimtextbuchstabe an Position 5 ein.
A=0, B=1, C=2, D=3, E=4, F=5, G=6, H=7, I=8, J=9, K=10, L=11, M=12, N=13, O=14, P=15, Q=16, R=17, S=18, T=19, U=20, V=21, W=22, X=23, Y=24, Z=25
Rechne jetzt die Positionen 6–10 nach demselben Prinzip.
Denke dir eine eigene kurze Nachricht mit mindestens 10 Zeichen und einen Schlüssel aus (nur Großbuchstaben, keine Leerzeichen). Verschlüssele deine Nachricht mit dem Vigenère-Verfahren.
- Schreibe deinen Klartext auf (z. B. INFORMATIK).
- Schreibe deinen Schlüssel auf und wiederhole ihn, bis er so lang ist wie dein Klartext.
- Addiere die Positionen (A=0 … Z=25) buchstabenweise. Falls ≥ 26: ziehe 26 ab.
- Notiere den Geheimtext. Gib ihn anschließend an Partner B weiter – ohne Schlüssel und Klartext zu verraten!
Ist dein Klartext INFORMATIK (10 Zeichen) und dein Schlüssel STAR (4 Zeichen),
dann lautet der wiederholte Schlüssel: S T A R S T A R S T
I (=8) + S (=18) = 26 → 26 – 26 = 0 → A
N (=13) + T (=19) = 32 → 32 – 26 = 6 → G
F (=5) + A (=0) = 5 → F
… und so weiter für alle Buchstaben.
Alternativ zur Rechenformel kannst du das Vigenère-Quadrat nutzen:
Gehe in der Zeile des Schlüsselbuchstabens und der Spalte des Klartextbuchstabens zum Schnittpunkt – das ist dein Geheimtextbuchstabe.
Erhalte den Geheimtext und den Schlüssel von Partner A. Entschlüssele die Nachricht mit Hilfe des Vigenère-Quadrats oder der Formel.
- Wiederhole den Schlüssel, bis er so lang wie der Geheimtext ist.
- Für jede Position: Geheimtext-Position minus Schlüssel-Position = Klartext-Position.
- Falls das Ergebnis negativ ist: addiere 26.
Gehe in die Zeile des Schlüsselbuchstabens.
Suche in dieser Zeile deinen Geheimtextbuchstaben.
Lies dann ab, in welcher Spalte (= Kopfzeile) dieser Buchstabe steht – das ist dein Klartextbuchstabe.
Beispiel: Geheimtext I (=8), Schlüssel C (=2)
8 – 2 = 6 → G ✓
Negatives Beispiel: Geheimtext A (=0), Schlüssel O (=14)
0 – 14 = –14 → –14 + 26 = 12 → M ✓
Ergibt dein entschlüsselter Text ein sinnvolles deutsches oder englisches Wort/eine Phrase? Wenn nicht, prüfe:
• Hast du den Schlüssel korrekt wiederholt?
• Hast du bei negativen Werten +26 gerechnet?
🎉 Super – alle Aufgaben erledigt!
Du hast alle Aufgaben abgehakt. Wenn du deine Ergebnisse überprüfen möchtest, kannst du jetzt die Musterlösung aufrufen.
Musterlösung zu Aufgabe 1 (Vervollständigung der Tabelle):
| Position | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klartext | G | E | H | E | I | M | T | E | X | T |
| Schlüssel | C | O | D | E | C | O | D | E | C | O |
| Position (Klartext) | 6 | 4 | 7 | 4 | 8 | 12 | 19 | 4 | 23 | 19 |
| Position (Schlüssel) | 2 | 14 | 3 | 4 | 2 | 14 | 3 | 4 | 2 | 14 |
| Summe (mod 26) | 8 | 18 | 10 | 8 | 10 | 0 | 22 | 8 | 25 | 7 |
| Geheimtext | I | S | K | I | K | A | W | I | Z | H |
Geheimtext: ISKIKAWIZH
⚠ Hinweis zu Aufgaben 2 & 3: Da hier eigene Nachrichten verwendet wurden, gibt es keine feste Musterlösung. Überprüft gegenseitig eure Ergebnisse – wenn Partner B denselben Text wie Partner A erzeugt hat: ✓
🔵 Niveau: Basis
Du wendest das Vigenère-Verfahren selbstständig an und analysierst es schriftlich. Hilfen sind verfügbar, aber du solltest zuerst eigenständig versuchen, die Aufgaben zu lösen. Beide Partner bearbeiten alle Aufgaben, diskutieren aber gemeinsam.
Bearbeitet die folgenden Teilaufgaben in arbeitsteiliger Partnerarbeit:
🔴 Partner A Vervollständige die Verschlüsselung des Klartextes GEHEIMTEXT mit dem Schlüssel CODE aus dem Einstiegsbeispiel. Nutze die Formel: (Klartext-Position + Schlüssel-Position) mod 26.
🔴 Partner A Denke dir anschließend eine eigene Nachricht (≥ 10 Zeichen) und einen Schlüssel aus. Erzeuge den Geheimtext und gib ihn an Partner B weiter.
🟢 Partner B Erhalte Geheimtext und Schlüssel von Partner A. Entschlüssele die Nachricht mit dem Vigenère-Quadrat.
Wiederhole den Schlüssel cyclisch. Addiere für jede Position die Alphabetpositionen (A=0 … Z=25). Falls die Summe ≥ 26 ist, ziehe 26 ab.
Gehe im Vigenère-Quadrat in die Zeile des Schlüsselbuchstabens. Suche dort den Geheimtextbuchstaben. Die Spalte (Kopfzeile) ergibt den Klartextbuchstaben.
Mit Formel: (Geheimtext-Position – Schlüssel-Position + 26) mod 26
Erläutert, weshalb es sich beim Vigenère-Verfahren um ein polyalphabetisches Verfahren handelt, und gebt an, wie viele Geheimtextalphabete es bei einer Schlüssellänge von n gibt.
Vergleicht anschließend das Vigenère-Verfahren mit dem Caesar-Verfahren.
„Poly” = viele. Ein polyalphabetisches Verfahren verwendet mehrere Geheimtextalphabete – je nach Position im Text wird ein anderes Alphabet angewendet.
Frage dich: Wird der Buchstabe E im Klartext immer durch denselben Buchstaben ersetzt?
Jeder Schlüsselbuchstabe definiert eine andere Verschiebung = ein anderes Geheimtextalphabet.
Wie viele verschiedene Schlüsselbuchstaben gibt es bei Schlüssellänge n?
Beim Caesar-Verfahren gibt es genau einen Schlüssel (eine Verschiebung) für den gesamten Text. Welcher Begriff passt dazu: mono- oder polyalphabetisch?
Entscheidet, ob eine einfache Häufigkeitsanalyse beim Vigenère-verschlüsselten Geheimtext ein geeignetes Mittel der Kryptoanalyse ist. Begründet eure Antwort ausführlich.
Im deutschen Text ist E der häufigste Buchstabe. Beim Caesar-Verfahren wird E immer durch denselben Buchstaben ersetzt. Deshalb ist der häufigste Geheimtextbuchstabe wahrscheinlich das verschlüsselte E.
Überlege: Der Klartext-Buchstabe E an Position 1 wird mit Schlüsselbuchstabe C verschlüsselt → G.
Derselbe Buchstabe E an Position 5 wird mit Schlüsselbuchstabe G verschlüsselt → K.
Was bedeutet das für die Häufigkeitsverteilung im Geheimtext?
Formuliere: „Die einfache Häufigkeitsanalyse ist [geeignet / nicht geeignet], weil …”
Nutze konkrete Beispiele aus dem Vigenère-Verfahren als Belege.
🎉 Hervorragend – alle Aufgaben abgeschlossen!
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Aufgabe 1 – Musterlösung (GEHEIMTEXT + CODE):
| Klartext | G | E | H | E | I | M | T | E | X | T |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schlüssel | C | O | D | E | C | O | D | E | C | O |
| Geheimtext | I | S | K | I | K | A | W | I | Z | H |
→ Geheimtext: ISKIKAWIZH
Aufgabe 2 – Musterlösung (Polyalphabetisch):
Das Vigenère-Verfahren ist polyalphabetisch, weil derselbe Klartextbuchstabe je nach seiner Position im Text unterschiedlich verschlüsselt wird – abhängig vom jeweiligen Schlüsselbuchstaben. Jeder der n verschiedenen Schlüsselbuchstaben definiert eine eigene Verschiebung, also ein eigenes Geheimtextalphabet. Bei Schlüssellänge n gibt es folglich n Geheimtextalphabete.
Im Vergleich dazu ist das Caesar-Verfahren monoalphabetisch: Es verwendet nur einen Schlüssel (eine feste Verschiebung) für den gesamten Text, sodass jeder Klartextbuchstabe immer durch denselben Geheimtextbuchstaben ersetzt wird.
Aufgabe 3 – Musterlösung (Häufigkeitsanalyse):
Die einfache Häufigkeitsanalyse ist beim Vigenère-Verfahren nicht geeignet. Im Vigenère-Verfahren wird derselbe Klartextbuchstabe (z. B. E) je nach Position durch unterschiedliche Geheimtextbuchstaben ersetzt. Dadurch werden die natürlichen Häufigkeitsunterschiede der deutschen Sprache (E ist häufigster Buchstabe mit ~17,5 %) im Geheimtext „geglättet” – die Buchstaben verteilen sich gleichmäßiger. Eine einfache Zuordnung „häufigster Geheimtextbuchstabe = E” ist deshalb nicht möglich.
🟣 Niveau: Challenge
Du bearbeitest alle Aufgaben eigenständig mit minimaler Unterstützung. Die Analyse- und Erkläraufgaben fordern präzise, formal korrekte Argumentation. Eine Bonusaufgabe führt dich über den Unterrichtsstoff hinaus.
🔴 Partner A Vervollständige die Verschlüsselung von GEHEIMTEXT mit Schlüssel CODE (vgl. Einstiegsbeispiel). Erzeuge anschließend eine eigene Nachricht (≥ 10 Zeichen) mit selbstgewähltem Schlüssel und übergib nur den Geheimtext an Partner B.
🟢 Partner B Entschlüssele die Nachricht von Partner A mithilfe des Vigenère-Quadrats.
Erläutert präzise, weshalb das Vigenère-Verfahren polyalphabetisch ist. Gebt dabei die allgemeine Formel für die Verschlüsselung an und bestimmt die Anzahl der Geheimtextalphabete in Abhängigkeit von der Schlüssellänge n.
Vergleicht systematisch mit dem Caesar-Verfahren und bewertet, welches Verfahren aus Sicht der Kryptographie sicherer ist – und warum.
Begründet, warum eine einfache Häufigkeitsanalyse beim Vigenère-Verfahren scheitert. Beschreibt dabei konkret, was mit der Häufigkeitsverteilung der Buchstaben im Geheimtext passiert.
Erweiterung: Recherchiert den Begriff „Kasiski-Test” und erklärt das Grundprinzip: Welches Ziel verfolgt dieser Test, und welche Information liefert er über den Schlüssel?
Ein Angreifer hat den Geheimtext ISKIKAWIZH abgefangen und weiß, dass die Schlüssellänge 4 beträgt. Erklärt schriftlich und strukturiert, wie der Angreifer vorgehen würde, um den Klartext zu ermitteln. Wendet das Verfahren anschließend auch praktisch an und gebt den Klartext an.
Geheimtext: I S K I K A W I Z H (Positionen 1–10)
Gruppe 1 (Pos. 1,5,9): I, K, Z
Gruppe 2 (Pos. 2,6,10): S, A, H
Gruppe 3 (Pos. 3,7): K, W
Gruppe 4 (Pos. 4,8): I, I
Probiere für jede Gruppe alle 26 möglichen Verschiebungen. Welche ergibt sinnvolle (deutsche) Buchstaben?
Beispiel Gruppe 1: Verschiebung 2 (= C): I(8)–2=6=G, K(10)–2=8=I, Z(25)–2=23=X → Teil von GEHE…
🏆 Exzellente Arbeit!
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Aufgabe 1 – Geheimtext GEHEIMTEXT + CODE:
→ ISKIKAWIZH (Rechenschritte wie in Niveau 2)
Aufgabe 2 – Formale Erklärung:
Allgemeine Vigenère-Formel: ci = (mi + ki mod n) mod 26
Bei Schlüssellänge n gibt es genau n Geheimtextalphabete, weil jeder der n Schlüsselbuchstaben eine eigene Verschiebung (= eigenes Alphabet) definiert. Der Schlüssel wiederholt sich nach n Positionen.
Caesar (n=1): monoalphabetisch, ein Alphabet. Vigenère (n>1): polyalphabetisch, n Alphabete. Je größer n, desto schwieriger ist ein statistischer Angriff – da die Häufigkeiten stärker geglättet werden.
Aufgabe 3 – Häufigkeitsanalyse & Kasiski-Test:
Beim Vigenère-Verfahren wird derselbe Klartextbuchstabe je nach Position durch verschiedene Geheimtextbuchstaben ersetzt. Die Häufigkeitsverteilung im Geheimtext wird dadurch egalisiert – alle Buchstaben erscheinen annähernd gleich oft. Eine direkte Zuordnung (häufigster Geheimtextbuchstabe ≈ E) scheitert.
Kasiski-Test: Suche wiederholte Buchstabenfolgen im Geheimtext. Der Abstand zwischen Wiederholungen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vielfaches der Schlüssellänge n. Ist n bekannt, teilt man den Geheimtext in n Gruppen und greift jede Gruppe separat per Häufigkeitsanalyse (Caesar-Angriff) an.
Bonusaufgabe – Angriff auf ISKIKAWIZH (Schlüssellänge 4):
| Gruppe | Positionen | Geheimtext | Verschiebung | Schlüsselbuchstabe | Klartext |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1, 5, 9 | I, K, Z | 2 | C | G, I, X |
| 2 | 2, 6, 10 | S, A, H | 14 | O | E, M, T |
| 3 | 3, 7 | K, W | 3 | D | H, T |
| 4 | 4, 8 | I, I | 4 | E | E, E |
Schlüssel: CODE | Klartext: GEHEIMTEXT ✓
Vorgehen: Für jede Gruppe wurden alle 26 Caesar-Verschiebungen ausprobiert. Die Verschiebung, die sinnvolle Buchstaben (Teil eines deutschen Wortes) ergab, liefert den Schlüsselbuchstaben.
Kryptoanalyse bei Vigenère
Untersuchen Sie den folgenden Geheimtext und analysieren Sie anhand eines Beispiels, wie sich wiederholende Muster im Klartext auf die Vigenère-Verschlüsselung auswirken.
FIQFIQIOUOELOTHFIQTTXOSHSELOIJMAQEJXDHHFDDTELOHRSNZVRGFGHGELFRWGUHSDLFSHFIQJGXOGXOD IJNGFTVJCKIEXUEOFIGFRQJCKUMHIROFBHODLHSRODHSNDMSZBPSFNWJEUJNGJEVFRHJNPBLLHEQGLDHGH
Untersuchen Sie den obigen Geheimtext gemeinsam mit Ihrem Sitzpartner auf Auffälligkeiten.
Lesen Sie den Geheimtext aufmerksam durch. Fallen Ihnen bestimmte Buchstabenfolgen auf, die sich wiederholen?
Suchen Sie gezielt nach identischen Teilfolgen, z. B. Trigrammen (3 Buchstaben) oder längeren Sequenzen. Notieren Sie, wo und wie oft diese vorkommen.
Wiederholungen im Geheimtext können ein Hinweis auf die Schlüssellänge sein – ein zentrales Werkzeug zur Kryptoanalyse der Vigenère-Chiffre (Kasiski-Test).
Betrachten Sie das folgende Beispiel einer Vigenère-Verschlüsselung des Klartextes
eswareinmaleinfischerundseinefraudiewohntenzusammenineinerkleinenfischerhuettedichtaneinem“mit dem Schlüssel
hund“.Vervollständigen Sie die Geheimtextzeile (GT) in den folgenden Tabellen:
| KT | e | s | w | a | r | e | i | n | m | a | l | e | i | n | f | i | s | c | h | e | r | u | n | d | s | e | i | n | e |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h |
| GT |
| KT | d | i | e | w | o | h | n | t | e | n | z | u | s | a | m | m | e | n | i | n | e | i | n | e | r | k | l | e | i |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u |
| GT |
| KT | n | e | n | f | i | s | c | h | e | r | h | u | e | t | t | e | d | i | c | h | t | a | n | e | i | n | e | m | … |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n | d | h | u | n |
| GT |
Bewegen Sie die Maus über die Tabelle:
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
|---|
Schreiben Sie den Schlüssel "hund" so oft unter den Klartext, bis jeder Buchstabe ein Schlüsselzeichen hat. Nutzen Sie dann das Vigenère-Quadrat, um jeden Buchstaben zu verschlüsseln.
Suchen Sie die Zeile des Schlüsselzeichens und die Spalte des Klartextzeichens. Der Buchstabe im Schnittpunkt ist das Geheimtextzeichen.
Das erste Zeichen: Klartext "e" + Schlüssel "h" → Zeile H, Spalte E im Vigenère-Quadrat → Geheimtext "L".
Untersuchen Sie den Klartext auf sich wiederholende 3-Gramme, 4-Gramme oder 5-Gramme (n-Gramm). Nutzen Sie hierzu das Onlinetool cryptool.
Ein 3-Gramm ist eine Folge von 3 aufeinanderfolgenden Buchstaben, z. B. "ein" oder "sch". Suchen Sie, welche solcher Folgen im Klartext besonders oft vorkommen.
Geben Sie den vollständigen Klartext in das Onlinetool ein und wählen Sie die n-Gramm-Analyse. Notieren Sie die häufigsten Trigramme und Tetragramme.
Achten Sie besonders auf Wiederholungen wie "ein", "ine", "ner" – typische Muster im Deutschen, die im Klartext häufig auftreten.
Analysieren Sie, welche Auswirkungen die gefundenen n-Gramme auf den Geheimtext haben und ob man daraus nützliche Schlüsse ziehen kann.
Wenn ein n-Gramm im Klartext mehrfach vorkommt und dabei zufällig an Positionen liegt, die denselben Schlüsselabschnitt verwenden, entsteht im Geheimtext eine identische Zeichenfolge.
Der Abstand zwischen zwei identischen Geheimtext-Sequenzen ist ein Vielfaches der Schlüssellänge. Daraus lässt sich die Schlüssellänge erschließen.
Je länger der Schlüssel im Verhältnis zum Klartext ist, desto seltener wiederholen sich die Schlüsselzeichen an gleichen Positionen – und desto weniger verwertbare Wiederholungen entstehen im Geheimtext.
🎉 Großartig – Aufgaben abgeschlossen!
Sie haben den Geheimtext untersucht, ein Vigenère-Beispiel verschlüsselt und die Bedeutung von n-Grammen für die Kryptoanalyse analysiert. Überprüfen Sie jetzt Ihre Ergebnisse mit der Musterlösung.
Aufgabe 1: Auffälligkeiten im Geheimtext
Im Geheimtext lässt sich die Zeichenfolge FIQ mehrfach finden (z. B. an Position 1, 4 und 64). Der Abstand zwischen diesen Wiederholungen ist jeweils ein Vielfaches von 3 – was auf eine Schlüssellänge von 3 hindeutet.
Aufgabe 2: Vigenère-Verschlüsselung (Auszug)
| KT | e | s | w | a | r | e | i | n |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| k | h | u | n | d | h | u | n | d |
| GT | l | m | j | d | y | y | v | q |
Aufgaben 3 & 4: n-Gramme und ihre Auswirkungen
| Beobachtung | Erklärung | Schlussfolgerung |
|---|---|---|
| Häufige Trigramme im Klartext: "ein", "ine", "ner" | Diese n-Gramme kommen im Deutschen sehr häufig vor und wiederholen sich im Märchentext mehrfach. | Treffen sie auf dieselbe Schlüsselposition, entstehen identische Geheimtext-Sequenzen. |
| Wiederholungen im Geheimtext (z. B. "FIQ") | Gleiche Klartextfolge + gleicher Schlüsselabschnitt = gleiche Geheimtextfolge. | Der Abstand der Wiederholungen ist ein Vielfaches der Schlüssellänge (Kasiski-Test). |
| Kurzer Schlüssel "hund" (4 Zeichen) | Der Schlüssel wiederholt sich sehr häufig, was viele gleichartig verschlüsselte Positionen erzeugt. | Ein längerer Schlüssel würde Wiederholungen reduzieren und die Chiffre deutlich stärken. |
⚠ Didaktischer Hinweis: Der Kasiski-Test funktioniert umso besser, je kürzer der Schlüssel im Verhältnis zum Klartext ist. Bei einem einmalig verwendeten Schlüssel gleicher Länge wie der Klartext (One-Time-Pad) ist dieses Angriffsmuster nicht anwendbar.
Kasiski-Test
Wir haben festgestellt, dass bei einer Vigenère-Verschlüsselung die ursprünglichen Zeichenhäufigkeiten des Klartextes „verwischt" werden – das ist der entscheidende Vorteil eines polyalphabetischen gegenüber einem monoalphabetischen Substitutionsverfahren. Sehr lange galt ein mit Vigenère verschlüsselter Text daher als unknackbar – bis zum Kasiski-Verfahren.
FIQFIQIOUOELOTHFIQTTXOSHSELOIJMAQEJXDHHFDDTELOHRSNZVRGFGHGLFRWGUHSDLFSHFIQJGXOGXODIJNGFTVJCKIEXUEOFIGFRQJCKUMHIROFBHODLHSRODHSNDMSZBPSFNWJEUJNGJEVFRHJNPBLLHEQGLDHGH
Zunächst sucht man im Geheimtext nach sich wiederholenden Zeichenketten mit mindestens 3 Zeichen (n-Gramme). Die Idee dahinter: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass gleiche Zeichenketten im Geheimtext zufällig durch die Verschlüsselung verschiedener Klartextzeichen mit unterschiedlichen Schlüsselzeichen entstanden sind. Man nimmt daher an, dass diese Zeichenketten auch im Klartext identisch waren und mit denselben Schlüsselzeichen chiffriert wurden. Je länger eine Wiederholung, desto sicherer diese Annahme.
Im Geheimtext lassen sich folgende Wiederholungen finden:
FRQJCKUMHIROFBHODLHSRODHSNDMSZBPSFNWJEUJNGJEVFRHJNPBLLHEQGLDHGH
Wenn man annimmt, dass die Zeichenketten FIQ und ELO jeweils mit denselben Schlüsselzeichen chiffriert wurden, muss die Schlüssellänge ein ganzzahliger Teiler des Abstands zwischen zwei gleichen Vorkommen sein. Man zählt daher für jede Wiederholung alle Abstände vom Anfang eines Vorkommens bis zum Anfang des nächsten.
| Wiederholung | Abstände in Zeichen |
|---|---|
| FIQ | 3, 12, 57, 69, 72 |
| ELO | 15, 18, 33 |
Die gesuchte Schlüssellänge muss ein gemeinsamer Teiler aller (oder der meisten) gefundenen Abstände sein. Man bestimmt daher die Teiler jedes Abstands und sucht die Schnittmenge.
| Abstände | Teiler (gemeinsamer Teiler fett) |
|---|---|
| 3, 12, 57 | 3 | 2, 3, 4, 12 | 3, 19, 57 | 3, 11, 33, 69 | 2, 3, 4, 6, 8, 12, 24, 36, 72 |
| 15, 18 | 3, 5, 15 | 2, 3, 6, 9, 18 |
Wenn die Schlüssellänge tatsächlich 3 ist, wurde der 1., 4., 7., 10., … Buchstabe mit dem ersten Schlüsselzeichen verschlüsselt, der 2., 5., 8., 11., … mit dem zweiten und der 3., 6., 9., 12., … mit dem dritten. Jede dieser Gruppen für sich ist eine Caesar-Verschlüsselung. Der Geheimtext wird daher in 3 Blöcke aufgeteilt:
| Schlüsselzeichen | Block (alle Zeichen an dieser Schlüsselposition) |
|---|---|
| 1 | FFIOOFTOSOMEDFTOSVFGFSFFJOOFJIUFFJUIFOHOSMBFJFJBHGH |
| 2 | IOETITSEIAJHDENHRGERUDSIGGDNTCEEIRCMRBDSNSPNENERNELG |
| 3 | QQULHQXLJQHDLRZGHLWHLHXXVKXOGQKOHLHRDZSWUGVHPLQDH |
Da jeder Block mit Caesar chiffriert wurde, sucht man das Zeichen, das am häufigsten vorkommt – es entspricht wahrscheinlich dem „E", dem häufigsten Buchstaben im Deutschen. Gibt es kein eindeutiges Maximum, werden die nächst häufigsten Zeichen ebenfalls notiert.
| Block | Häufigste Zeichen |
|---|---|
| 1 | F: 14× |
| 2 | E: 9× | N: 6× | G: 6× |
| 3 | H: 11× |
Das häufigste Zeichen eines Blocks entspricht dem verschlüsselten „E". Der Caesar-Schlüssel ist der Abstand dieses Zeichens vom „E" im Alphabet (also seine Nummer minus 5, modulo 26). Bei mehreren Kandidaten werden alle möglichen Schlüssel notiert.
| Block | Häufigstes Zeichen → Caesar-Verschiebung → Schlüsselzeichen |
|---|---|
| 1 | F (14×) → Verschiebung 1 → B |
| 2 |
E (9×) → Verschiebung 0 → A N (6×) → Verschiebung 9 → I G (6×) → Verschiebung 2 → C |
| 3 | H (11×) → Verschiebung 3 → D |
Aus den ermittelten Schlüsselzeichen ergeben sich folgende mögliche Schlüsselwörter:
Das einzige sinnvolle Wort ist BAD. Dieses wird als Schlüssel getestet. Im Normalfall müsste man alle drei Möglichkeiten ausprobieren – ein sinnvolles Wort als Schlüssel zu wählen erleichtert die Kryptoanalyse und ist daher aus Sicherheitssicht nicht empfehlenswert.
Mit dem Schlüssel BAD (Verschiebungen 1 – 0 – 3) wird nun der Geheimtext Zeichen für Zeichen entschlüsselt:
| Geheimtext | F | I | Q | F | I | Q | I | O | U | O | E | L | O | T | H | F | I | Q | T | T |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schlüssel | B | A | D | B | A | D | B | A | D | B | A | D | B | A | D | B | A | D | B | A |
| Verschiebung | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 |
| Klartext | E | I | N | E | I | N | H | O | R | N | E | I | N | T | E | E | I | N | S | T |
Aufgaben
In den folgenden Aufgaben wenden Sie das Vigenère-Verfahren und das Kasiski-Verfahren selbstständig an und lernen mit dem Running key eine Erweiterung des Vigenère-Verfahrens kennen. Bearbeiten Sie die Aufgaben sorgfältig und dokumentieren Sie alle Schritte.
Bearbeiten Sie die folgenden Teilaufgaben in Einzelarbeit.
Verschlüsseln Sie Ihren Vor- und Zunamen nach dem Vigenère-Verfahren mit dem Schlüsselwort Schule. Groß- und Kleinschreibung sowie Leerzeichen werden dabei ignoriert.
Schreiben Sie Ihren Namen in Kleinbuchstaben ohne Leerzeichen. Schreiben Sie dann den Schlüssel "schule" so oft darunter, bis jeder Klartextbuchstabe ein Schlüsselzeichen hat.
Suchen Sie die Zeile des Schlüsselzeichens und die Spalte des Klartextzeichens. Der Buchstabe im Schnittpunkt ist das Geheimtextzeichen.
Alternativ gilt: GT = (KT + Schlüssel) mod 26, wobei a=0, b=1, …, z=25.
Entschlüsseln Sie den folgenden Geheimtext mit dem Schlüsselwort geheim:
jmlwmebiyjitxiukixzylfmdsiovmdknhlztarkizfkeswvuilaovmioiez
KT = (GT − Schlüssel) mod 26. Ist das Ergebnis negativ, addieren Sie 26.
Suchen Sie die Zeile des Schlüsselzeichens. Finden Sie in dieser Zeile das Geheimtextzeichen. Die Spaltenüberschrift ist der Klartextbuchstabe.
GT = j (9), Schlüssel = g (6): 9 − 6 = 3 → KT = d.
Bearbeiten Sie die folgenden Teilaufgaben schriftlich und ausformuliert in Einzelarbeit.
Entschlüsseln Sie mit Hilfe des Kasiski-Verfahrens den Geheimtext „Geheimtext 1.odt", der mit dem Vigenère-Verfahren chiffriert wurde. Nutzen Sie:
- Ein Textverarbeitungsprogramm
- Häufigkeitsanalyse für n-Gramme (Cryptool)
- Vigenère-Entschlüsselung (Cryptool)
Beschreiben Sie das gesamte Verfahren mit allen Schritten schriftlich.
Öffnen Sie den Geheimtext und suchen Sie mit der Suchfunktion des Textverarbeitungsprogramms nach sich wiederholenden Zeichenketten mit mindestens 3 Zeichen.
Zählen Sie die Abstände zwischen den Wiederholungen. Der größte gemeinsame Teiler (ggT) aller Abstände gibt einen Hinweis auf die Schlüssellänge.
Teilen Sie den Geheimtext in Blöcke auf (1. Zeichen, 2. Zeichen, ... jedes n-ten Zeichens). Führen Sie für jeden Block eine Häufigkeitsanalyse durch und bestimmen Sie die Caesar-Verschiebung. Setzen Sie die Schlüsselzeichen zusammen und testen Sie das Schlüsselwort.
Entschlüsseln Sie mit Hilfe des Kasiski-Verfahrens den Geheimtext „Geheimtext 2.odt", der mit dem Vigenère-Verfahren chiffriert wurde.
Gehen Sie analog zu Aufgabe 2a vor. Dieser Text ist möglicherweise schwieriger — der Schlüssel könnte länger oder die Wiederholungen seltener sein.
Erläutern Sie, wieso die Vigenère-Chiffrierung lange Zeit als sicher galt.
Überlegen Sie, was bei der Caesar-Verschlüsselung die Häufigkeitsanalyse so einfach macht — und was Vigenère daran ändert.
Bei Vigenère wird jeder Buchstabe je nach seiner Position im Text durch einen anderen Buchstaben ersetzt. Ein "e" im Klartext erscheint im Geheimtext als viele verschiedene Buchstaben — das „verwischt" die Häufigkeitsverteilung.
Der entscheidende Schwachpunkt ist die endliche Schlüssellänge: Der Schlüssel wiederholt sich. Genau das nutzt das Kasiski-Verfahren aus.
Eine neue Variante namens Running key soll die Sicherheit von Vigenère verbessern. Dabei werden zwei Schlüsselwörter nacheinander verwendet: Ihre Verschiebungswerte werden addiert und modulo 26 gerechnet, um einen kombinierten Schlüssel zu bilden.
Buchstabe → Verschiebungswert:
| Zeichen | a | b | c | d | e | f | g | h | i | j | k | l | m | n | o | p | q | r | s | t | u | v | w | x | y | z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wert | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
Für den Klartext "the mandalorian is a bounty hunter" mit den Schlüsseln "grogu" und "dindjarin" ergibt sich:
| KT | t | h | e | m | a | n | d | a | l | o | r | i | a | n | i |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| key1 | g | r | o | g | u | g | r | o | g | u | g | r | o | g | u |
| key2 | d | i | n | d | j | a | r | i | n | d | i | n | d | j | a |
| k | 9 | 25 | 27 | 9 | 29 | 6 | 37 | 22 | 19 | 23 | 14 | 30 | 17 | 15 | 20 |
| k%26 | 9 | 25 | 1 | 9 | 3 | 6 | 11 | 22 | 19 | 23 | 14 | 4 | 17 | 15 | 20 |
| keyB | j | z | b | j | d | g | l | w | t | x | o | e | r | p | u |
| GT | c | g | f | s | g | t | o | w | e | l | f | m | r | c | c |
| KT | s | a | b | o | u | n | t | y | h | u | n | t | e | r |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| key1 | g | r | o | g | u | g | r | o | g | u | g | r | o | g |
| key2 | r | i | n | d | i | n | d | j | a | r | i | n | d | i |
| k | 23 | 25 | 27 | 9 | 28 | 19 | 20 | 23 | 6 | 37 | 14 | 30 | 17 | 14 |
| k%26 | 23 | 25 | 1 | 9 | 2 | 19 | 20 | 23 | 6 | 11 | 14 | 4 | 17 | 14 |
| keyB | x | z | b | j | c | t | u | x | g | l | o | e | r | o |
| GT | p | z | c | x | w | g | o | v | n | f | c | x | v | f |
cgfsgtowelfmrccpzcxwgovnfcxvf
Verschlüsseln Sie den Klartext "love wins" mit den Schlüsseln "at" und "sun" nach der obigen Methode.
Schreiben Sie den Klartext ohne Leerzeichen. Wiederholen Sie key1 ("at") und key2 ("sun") unter den Klartext. Addieren Sie die Werte von key1 und key2 für jede Position und rechnen Sie modulo 26, um keyB zu erhalten.
l(11) + key1=a(0) + key2=s(18) = 29 → 29 mod 26 = 3 → keyB = d → GT = (l + d) mod 26 = (11+3) mod 26 = 14... warten Sie: GT = (KT + keyB) mod 26 = (11+3) = 14 = o? Nein — keyB ist bereits der kombinierte Schlüssel, GT = (KT + keyB) mod 26.
keyB für "l": key1=a(0)+key2=s(18)=18 mod 26=18 → keyB=s. GT = (l+s) mod 26 = (11+18) mod 26 = 3 = d.
Entschlüsseln Sie den Geheimtext IHSQIRIHCQCU, der mit den Schlüsseln "go" und "cat" nach der obigen Methode verschlüsselt wurde.
Berechnen Sie zunächst wie gehabt keyB aus key1 und key2. Dann gilt: KT = (GT − keyB) mod 26. Bei negativem Ergebnis addieren Sie 26.
GT=i(8), key1=g(6), key2=c(2): keyB=(6+2) mod 26=8=i. KT=(8−8) mod 26=0=a.
Beurteilen Sie die folgende Aussage:
Das kleinste gemeinsame Vielfache (kgV) von 5 und 9 ist 45. Das bedeutet: Nach 45 Zeichen wiederholt sich der kombinierte Schlüssel "grogu"+"dindjarin" vollständig.
Überlegen Sie: Würde ein einzelner Vigenère-Schlüssel der Länge kgV(|key1|, |key2|) denselben Geheimtext erzeugen wie Running key? Berechnen Sie ein Beispiel und vergleichen Sie.
Vergleichen Sie die Sicherheit von Running key mit der von Vigenère in den folgenden Fällen:
- Das kgV der Schlüssellängen ist kleiner als die Länge des Klartextes.
- Das kgV der Schlüssellängen ist größer oder gleich der Länge des Klartextes.
Wenn das kgV kleiner als die Klartextlänge ist, wiederholt sich der kombinierte Schlüssel. Wie wirkt sich das auf die Angreifbarkeit aus?
Wenn das kgV größer oder gleich der Klartextlänge ist, wiederholt sich der Schlüssel nicht. Was bedeutet das für den Kasiski-Test und die Häufigkeitsanalyse?
Beurteilen Sie die folgenden Aussagen:
- Es ist wichtiger, den Verschlüsselungsalgorithmus geheimzuhalten als den Schlüssel.
- Es ist wichtiger, den Schlüssel geheimzuhalten als den Verschlüsselungsalgorithmus.
Das Kerckhoffs'sche Prinzip besagt, dass die Sicherheit eines Verschlüsselungsverfahrens nur auf der Geheimhaltung des Schlüssels beruhen darf, nicht auf der Geheimhaltung des Algorithmus.
Wenn ein Algorithmus bekannt wird (z.B. durch Verrat), müsste das gesamte System neu entwickelt werden. Wenn nur der Schlüssel bekannt wird, genügt ein neuer Schlüssel. Was spricht für welche Aussage?
Untersuchen Sie, in welchen Situationen die Kombination der Schlüssel bei Running key die größere Sicherheit bietet:
| Fall | Schlüssel 1 | Schlüssel 2 | Länge 1 | Länge 2 | kgV |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | on | over | 2 | 4 | 4 |
| 2 | on | off | 2 | 3 | 6 |
| 3 | security | test | 8 | 4 | 8 |
| 4 | network | key | 7 | 3 | 21 |
Formulieren Sie abschließend eine allgemeine Aussage: Wie müssen die Schlüssellängen der Teilschlüssel beschaffen sein, um bei Running key eine möglichst hohe Sicherheit zu erzielen?
Der ggT der Schlüssellängen beeinflusst das kgV. Wenn ggT(2,4)=2, dann kgV=4. Wenn ggT(2,3)=1, dann kgV=6. Je kleiner der ggT, desto größer das kgV.
Vergleichen Sie die kgV-Werte der vier Fälle. In welchem Fall ist das kgV im Verhältnis zu den Einzellängen am größten? Was haben die Schlüssellängen in diesem Fall gemeinsam?
Zwei Zahlen sind teilerfremd, wenn ihr ggT = 1 ist. In diesem Fall gilt: kgV = Länge1 × Länge2. Das maximiert den effektiven Schlüssel.
🎉 Alle Aufgaben bearbeitet!
Überprüfen Sie Ihre Ergebnisse mit der Musterlösung.
Aufgabe 1b – Entschlüsselung mit Schlüssel „geheim"
Der entschlüsselte Klartext lautet: „dieses verfahren galt über mehrere jahrhunderte als nicht knackbar"
Aufgabe 2c – Warum galt Vigenère als sicher?
Bei der Vigenère-Verschlüsselung wird jeder Buchstabe je nach seiner Position im Text durch einen anderen Buchstaben ersetzt — ein „e" erscheint im Geheimtext als viele verschiedene Zeichen. Dadurch werden die charakteristischen Häufigkeitsmuster des Deutschen „verwischt", was eine Häufigkeitsanalyse wirkungslos macht. Erst die Erkenntnis, dass der endliche Schlüssel sich wiederholt und dadurch regelmäßige Muster im Geheimtext erzeugt, lieferte mit dem Kasiski-Test (1863) einen systematischen Angriff.
Aufgabe 3a – Verschlüsselung von „love wins"
| KT | l | o | v | e | w | i | n | s |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| key1 | a | t | a | t | a | t | a | t |
| key2 | s | u | n | s | u | n | s | u |
| k%26 | 18 | 13 | 13 | 11 | 20 | 6 | 18 | 13 |
| keyB | s | n | n | l | u | g | s | n |
| GT | d | b | i | p | q | o | f | f |
Geheimtext: dbipqoff
Aufgabe 3b – Entschlüsselung von „IHSQIRIHCQCU"
Der Klartext lautet: „attack at dawn"
Aufgabe 3c – Beurteilung der Aussage
Die Aussage ist korrekt. Da sich der kombinierte keyB-Schlüssel erst nach kgV(|key1|, |key2|) Zeichen wiederholt, verhält sich Running key mathematisch exakt wie eine einfache Vigenère-Verschlüsselung mit einem Schlüssel dieser Länge.
Aufgabe 3d – Sicherheitsvergleich
| Fall | Situation | Sicherheit |
|---|---|---|
| kgV < Klartextlänge | Schlüssel wiederholt sich im Text | Gleichwertig zu Vigenère mit kürzerem Schlüssel — durch Kasiski angreifbar. |
| kgV ≥ Klartextlänge | Schlüssel wiederholt sich nicht | Keine auswertbaren Wiederholungen → Kasiski-Test schlägt fehl. Deutlich sicherer. |
Aufgabe 3e – Algorithmus vs. Schlüssel
Aussage 2 ist richtig. Das Kerckhoffs'sche Prinzip besagt, dass ein Verschlüsselungsverfahren auch dann sicher sein muss, wenn der Algorithmus öffentlich bekannt ist — die Sicherheit darf ausschließlich auf dem geheimen Schlüssel beruhen. Algorithmen lassen sich nicht dauerhaft geheim halten (Reverse Engineering, Verrat), während ein Schlüssel bei Kompromittierung einfach ausgetauscht werden kann.
Aufgabe 3f – Optimale Schlüssellängen
| Fall | kgV | Bewertung |
|---|---|---|
| on (2) + over (4) | 4 | Schwach — kgV = max(2,4), da 2 | 4. |
| on (2) + off (3) | 6 | Besser — teilerfremd, kgV = 2×3. |
| security (8) + test (4) | 8 | Schwach — kgV = max, da 4 | 8. |
| network (7) + key (3) | 21 | Gut — teilerfremd, kgV = 7×3. |
Allgemeine Aussage: Die Schlüssellängen der Teilschlüssel sollten teilerfremd sein (ggT = 1). Dann gilt kgV = Länge1 × Länge2, was den effektiven Schlüssel maximal verlängert und die Sicherheit maximiert.
⚠ Didaktischer Hinweis: Running key mit teilerfremden Schlüsseln und kgV ≥ Klartextlänge entspricht einem One-Time-Pad, wenn der kombinierte Schlüssel zufällig ist — und ist dann beweisbar unknackbar.